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Carl Reinecke : Œuvres pour flûte. Ruhland, Heiligers, Liebreich

Tatjana Ruhland, flûte

Eckart Heiligers, piano

Orchestre Symphonique de la SWR

Alexander Liebreich, direction

 

 

Tatjana Ruhland has been described as »the Paganini of the flute.« At the very latest since her debut at New York’s Carnegie Hall she has numbered among the most prominent artists performing on the flute. On the present program she dedicates herself to Carl Reinecke’s chamber and concertante flute compositions, all of which he composed during the second half of his life. Along with the Undine Sonata op. 167 for flute and piano, today his most frequently performed work, the recording features the two concertante works written by him when he was over eighty years old. Here the initial dominance of stylistic elements associated with Mendelssohn has yielded to a tonal language that is both electrifying and highly individual. Reinecke’s music is diatonic in design but so strongly pervaded by semitones and suspensions that it also continues to flow. The »build-up phase« of the concertante last movements is only one of the procedures hardly invented by Reinecke but very much loved by him.

(4.8.2017)

 

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"Attraktive Reinecke-CD"

Konzertante und kammermusikalische Flötenwerken von Carl Reinecke (1824-1910) stehen auf dem Programm dieser abwechslungsreichen CD.

Das Highlight des Programms ist das Flötenkonzert, dessen Rhetorik nicht nur von der virtuosen und volatilen Flöte der Solistin, sondern auch von dem einfühlsam mitgestaltenden Orchester geprägt wird. Alexander Liebreich nützt alle in der Partitur gegebenen Möglichkeiten zum Dialog und zum Dramatisieren des Konzerts, das selten so opulent gelungen hat wie in dieser Aufnahme.

Mit ihrem romantischen Grundton wird auch die Ballade, Reineckes letzte Komposition, in der Interpretation von Tatjana Ruhland und dem SWR Orchester unter Alexander Liebreich zu einem sehr attraktiven Stück, ein Eindruck, der bei diesem Gelegenheitswerk wirklich nicht immer entsteht.

In Reineckes bekanntester Komposition, der Undine-Sonate, und der ‘Sonatina’ begeistert Ruhland mit einem warmen Flötenton, einer immer wieder erstaunlichen Virtuosität und kunstvollen Phrasierungen. Sie wird in diesen sehr differenzierend angelegten Interpretationen von Eckart Heiligers bestens unterstützt.

 

 

Tatjana Ruhland is not only a technically skilled flautist, her playing is very expressive and rhetoric. In this mixed program, she has great partners with Eckart Heiligers on the piano and the conductor Alexander Liebreich who matches the rhetoric and dramatic qualities of the soloist. Under his baton, the orchestral part of the Concerto becomes truly opulent, and the casual Ballade is clearly upgraded, for once becoming an attractive composition.

 

https://www.pizzicato.lu/attraktive-reinecke-cd/

Rezension in Das Orchester (5/2017)

Ein eher ungewöhnliches Konzept, nur Werke von Bach und Penderecki für eine CD auszuwählen, bei näherer Betrachtung aber auch ein einleuchtendes. Kombiniert wurden vier zwischen 2009 und 2014 entstandene SWR-Produktionen von Flötenkompositionen, mit denen sich Tatjana Ruhland immer wieder intensiv beschäftigt hat. Besonders am Herzen liegt ihr Pendereckis Concerto per flauto ed orchestra da camera aus dem Jahr 1992, von dem es auch eine spätere Fassung für Klarinette und Orchester gibt. Damit konfrontiert werden Bachs Orchestersuite in h-Moll BWV 1067, die Partita für Flöte solo BWV 1013 und die C-Dur-Sonate BWV 1033, die hier, wie vom amerikanischen Musikwissenschaftler Robert Marshall angeregt, ebenfalls als Solostück zu hören ist. Um stilistisch angemessen zwischen den Epochen und Komponisten differenzieren zu können, spielt Tatjana Ruhland Bach auf einer Boehmflöte aus Holz und Penderecki auf einer Goldflöte.

Die h-Moll-Suite wird empfindsam, fast introvertiert gespielt, Dirigent Roger Norrington lässt die Musik ruhig ausschwingen. Die Flöte ist Orchester- und Soloinstrument, sie gibt dem Streicherklang Farbe und glänzt in den virtuosen Partien. Die Tonalität der Suite aufgreifend beginnt Pendereckis Konzert mit einem um h zentrierten Mo­tiv der Klarinette, dann erst kommt die Solo-Flöte dazu. Das abwechslungsreich besetzte Orchester ist immer aktiv beteiligt, z.B. mit einem rhythmischen Schlagabtausch zwischen Soloflöte und Rototoms (Tomtoms mit definierter Tonhöhe). Das einsätzige Werk ist mit komplexen Motivkombinationen dicht gearbeitet, konsequentes Denken in Stimmen verbindet es mit Bach. Es wurde 1993 uraufgeführt, dirigiert vom Komponisten und mit Jean-Pierre Rampal als Solisten. Ruhland gestaltet den Solopart virtuos und expressiv in präziser Interaktion mit dem von Alexander Liebreich geleiteten Orchester.
Im Vergleich zu den beiden Ensemblestücken lassen die solistischen Kompositionen natürlich mehr interpretatorische Freiheit zu. Beide nebeneinander zu hören, bietet aber Gelegenheit, über eigene Spielentscheidungen nachzudenken. Da Bachs Musik zeitlich gesehen überwiegt, könnte man aus Paritätsgründen vielleicht ein modernes Solostück vermissen. Das Konzert von Penderecki ist aber musikalisch und technisch derart intensiv und kraftvoll, dass die Balance auch so stimmt.
Die Begegnung der beiden Epochen, so die Idee der Beteiligten, sollte ein tieferes Verständnis der Werke ermöglichen und zeigen, wie Ausdrucksmöglichkeiten und Virtuosität der Querflöte über die Zeit zwar verschieden realisiert werden, grundsätzlich aber ähnlichen Gesetzen folgen. In diesem Sinn informiert auch das Booklet ausführlich über Werke und Interpreten. Obwohl die Anschaffung der CD sich schon allein wegen Penderecki lohnen würde, so hat die Entscheidung, Bach auf der modernen Flöte zu spielen, heute durchaus wieder ihre Berechtigung.
Ursula Pešek

aktuelle CD-Veröffentlichung - new CD

Carl Reinecke und die Flöte

Als „Paganini der Flöte“ wurde Tatjana Ruhland einmal von einem Kritiker beschrieben. Die Flötistin zählt spätestens seit ihrem Debüt in der New Yorker Carnegie Hall zu den profiliertesten Vertreterinnen ihres Instruments. Im vorliegenden Programm widmet sie sich Carl Reineckes konzertanten und kammermusikalischen Flötenwerken, die alle in des Komponisten zweiter Lebenshälfte entstanden sind. Neben Reineckes heutzutage meistgespielter Komposition, der Undine-Sonate op. 167 für Flöte und Klavier stehen im Mittelpunkt der Einspielung die beiden konzertanten Werke, die er mit über 80 Jahren komponiert hat. Die anfängliche Dominanz von Stilelementen Mendelssohns ist hier einer zwar eklektizistischen aber dennoch personaltypischen Tonsprache gewichen. SSeine Musik ist diatonisch gedacht, aber so stark durchsetzt mit Halbtonschritten und Vorhalten, dass sie immer im Fluss bleibt. Und zu den von ihm keineswegs erfundenen, aber geliebten Verfahren gehört die Einschwingphase konzertanter Finalsätze.

Carl Reinecke and the Flute

Tatjana Ruhland has been described as »the Paganini of the flute.« At the very latest since her debut at New York’s Carnegie Hall she has numbered among the most prominent artists performing on the flute. On the present program she dedicates herself to Carl Reinecke’s chamber and concertante flute compositions, all of which he composed during the second half of his life. Along with the Undine Sonata op. 167 for flute and piano, today his most frequently performed work, the recording features the two concertante works written by him when he was over eighty years old. Here the initial dominance of stylistic elements associated with Mendelssohn has yielded to a tonal language that is both electrifying and highly individual. Reinecke’s music is diatonic in design but so strongly pervaded by semitones and suspensions that it also continues to flow. The »build-up phase« of the concertante last movements is only one of the procedures hardly invented by Reinecke but very much loved by him.

Mit Adlerblick

" "Petruschka" hatte, gerade in den vordergründig taumeligsten Momenten der Partitur, eine immens klare Struktur. Herausragend hier, wie den ganzen Abend schon, die Soloflötistin Tatjana Ruhland, deren Stimme Slobodeniouk einerseits wie auf einer Klanginsel isolierte, um sie gleich wieder in den Fluss des Werks melodisch einzupassen. Außerordentlich."

(Mirko Weber)